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Mit neuer Kraft ins Jahr starten

  • annacarnice
  • vor 15 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 14 Minuten

Der Januar steht für Neuanfang. Für Vorsätze, Motivation – und oft auch für einen leisen Druck, möglichst schnell wieder «funktionieren» zu müssen. Nach den Feiertagen ist der Kalender plötzlich voll, die To-do-Listen lang, die Energie hingegen begrenzt. Genau hier wird Energiemanagement entscheidend: Nicht Zeitmangel ist unser grösstes Problem, sondern fehlende Energie.


Warum der Jahresanfang so erschöpfend sein kann

Der Übergang ins neue Jahr bringt Gegensätze mit sich: Einerseits wünschen wir uns Klarheit, Ruhe und Fokus. Andererseits erwarten Alltag, Arbeit und Verpflichtungen sofort volle Leistung. Pausen gelten noch immer als etwas, das man sich «verdienen» muss – nicht als Voraussetzung für Gesundheit und Leistungsfähigkeit.

Dabei zeigen sich gerade in der dunklen Jahreszeit typische Anzeichen von Überlastung:

  • innere Unruhe

  • Konzentrationsschwierigkeiten

  • Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf

  • fehlende Motivation

Achtsamkeit, Digital Detox und Selbstfürsorge sind längst keine Nischenthemen mehr. Trotzdem fühlen sich viele Menschen dauerhaft angespannt. Vielleicht, weil wir versuchen, Erholung genauso effizient zu gestalten wie unsere Arbeit.


Energiemanagement statt Zeitoptimierung

Klassisches Zeitmanagement stösst schnell an Grenzen. Der Tag bleibt gleich lang – egal, wie gut er geplant ist. Energiemanagement setzt tiefer an: Es fragt nicht, wie viel wir schaffen, sondern mit welcher inneren Verfassung. Zentrale Fragen können sein:

  • Was gibt mir Energie – und was raubt sie mir?

  • Wann bin ich mental am leistungsfähigsten?

  • Wofür möchte ich meine Energie dieses Jahr bewusst einsetzen?

Oft entsteht Entlastung nicht durch weniger Aufgaben, sondern durch klarere Prioritäten. Ein einfacher Perspektivwechsel kann helfen: das innere «Ich muss» öfter durch ein bewusstes «Ich will» oder «Ich entscheide mich» zu ersetzen.


Was Dauerstress mit Körper und Gehirn macht

Stress aktiviert im Körper einen biologischen Alarmmechanismus. Kurzfristig steigert er unsere Leistungsfähigkeit. Langfristig jedoch hat Dauerstress spürbare Folgen: Schlafprobleme, emotionale Erschöpfung, Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten.

Erholung ist deshalb kein Luxus und keine Belohnung – sie ist eine biologische Notwendigkeit. Ohne regelmässige Erholungsphasen verliert der Körper die Fähigkeit, sich selbst zu regulieren.


Pause ist nicht gleich Pause

Viele Pausen sind in Wahrheit nur ein Tätigkeitswechsel. Schnell Mails checken, durch soziale Medien scrollen oder To-dos abhaken – das fühlt sich produktiv an, bringt aber kaum Erholung.

Echte Pausen zeichnen sich durch Reizreduktion aus:

  • bewusstes Atmen

  • ein Heissgetränk ohne Ablenkung

  • ein kurzer Spaziergang

  • einige Minuten nichts tun

Schon kleine, regelmässige Erholungsmomente wirken nachhaltiger als seltene lange Auszeiten. Gerade im Januar lohnt es sich, Pausen neu zu lernen – und ihnen wieder Raum zu geben.


Die grössten Energieräuber im Alltag

Energieverlust entsteht oft schleichend. Zu den häufigsten Faktoren zählen:

  • permanentes Grübeln

  • überfüllte Kalender

  • Perfektionismus

  • fehlende Grenzen zwischen Arbeit und Erholung

  • ständige digitale Erreichbarkeit

  • unruhiger oder zu kurzer Schlaf

Bei anhaltender Überlastung geraten viele Menschen in einen inneren «Tunnelmodus»: Man funktioniert weiter, spürt die eigene Erschöpfung kaum noch – bis der Körper deutlichere Signale sendet.


Was wirklich neue Energie schenkt

Energiequellen sind individuell. Was die eine Person stärkt, wirkt auf andere neutral. Dennoch gibt es Bereiche, die sich wissenschaftlich als besonders wirksam erwiesen haben:

  • Bewegung (moderat und regelmässig)

  • kurze Achtsamkeits- oder Atemübungen

  • geistige Anregung durch Lernen oder Kreativität

  • soziale Nähe und echte Gespräche

  • ausreichend Schlaf und bewusste Erholung

Hilfreich sind einfache Reflexionsfragen:

Gibt mir das Energie zurück? Würde ich mich heute wieder bewusst dafür entscheiden?

Ein neues Jahr – ein bewussterer Umgang mit Energie

Der Januar muss kein Monat der Selbstoptimierung sein. Er kann auch ein stiller Startpunkt sein, um bewusster mit der eigenen Energie umzugehen. Nicht alles muss sofort umgesetzt, verändert oder erreicht werden.

Energiemanagement bedeutet nicht, perfekt zu funktionieren – sondern achtsam zu entscheiden:

  • wofür wir unsere Energie einsetzen

  • wo wir sie schützen

  • und wie wir sie wieder aufladen

Ein bewusster Umgang mit der eigenen Energie stärkt nicht nur den Alltag, sondern die langfristige Gesundheit. Vielleicht ist das die wertvollste Investition, die wir zu Beginn eines neuen Jahres machen können.

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Sozialwissenschaftlerin, Yoga-Lehrerin, Weltenbummlerin, Sauerteigbrot-Bäckerin und vieles mehr. 

 

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